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RITUALE


RITUALE

VOGELMANN-KULT
Priester und Schamanen versprechen Besserung.
Sie huldigen dem Schöpfergott Makemake.
Hühner, Fische, Süsskartoffeln und Rindenbaststoffe werden zu seiner Verehrung geopfert. Sogar Kinder verlieren ihr Leben um den Fruchtsbarkeitsgott gütig zu stimmen.
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VOGELMANN

Illustration: Vogelmann Zeichen.
Wird zu den frühen Ritzungen gezählt,
im Gegensatz zu den späteren Hochrelief-Darstellungen.

Zur Brutzeit der vielen Seevögel auf den vorgelagerten Felseninseln Motu nui, Motu iti und Motu Kaokao ziehen zahlreiche Gefolgsleute der mächtig gewordenen Priester zum Vulkankrater Rano kau. Jährlich versammeln sie sich beim Zeremonialplatz Orongo auf der 300 Meter ins Meer abstürzenden Kraterkante. Aus Steinplatten werden massive Häuser gebaut, die Dächer mit Erde abgedeckt. Die engen Eingänge sind gegen Süden zum Meer gerichtet, um die niederen und dunklen Innenräume vor Wind und Regen zu schützen.
Ausgewählte Mitglieder der verschieden Familiengemeinschaften schicken trainierte Knaben, Hopu, zu den über einen Kilometer entfernten Motus. Sie müssen die steilen Küstenfelsen hinunterklettern und zu den Felseninseln mit den Brutplätzen schwimmen.
Auf der 70 Meter senkrecht aus dem Meer ragenden Felsnadel Motu Kaokao wacht ein Schiedsrichter. Entdeckt einer der Wettstreiter das erste Vogelei der auf Motu nui brütenden Rußseeschwalbe, wird das Ereignis zum nahen Motu Kaokao verkündet und vom hohen Felsen erreicht die Botschaft Orongo.
Die Hopus kehren zurück und der Sieger überreicht seinem Auftraggeber, dem neuen Vogelmann, Tangata Manu, das unbeschädigte Ei. Ein volles Jahr herrscht der Tangata Manu in zurückgezogener Einsamkeit über die Insel.
Die herrlichen Reliefs, bei Orongo in eine natürliche Felsformation geschlagen, erinnern an die jährlich durchgeführten Fruchtbarkeitsriten.