TE PITO O TE HENUA

Mit dem tropischen Weltklima
schmilzt das Eis an den Polen und ein grosser Teil der südost-asiatischen Landmasse wird überschwemmt. Um der Sintflut zu entkommen, fliehen die dort ansässigen Austronesier zu fernen Inseln in West und Ost. Sie erreichen die Malediven und Madagaskar.
Bewohner der nördlichen Insel Taiwan segeln Richtung Osten und erreichen Fiji, Tonga und Samoa. In reichverzierten Tongefässen, sogenannter Lapita-Keramik, kochen sie die aus der fernen Heimat mitgebrachten Wurzelgemüse.



Kurz vor der Zeitenwende segeln weitere Volksgruppen aus Südost-Asien mit Doppelrumpfbooten in Richtung Pazifik.
Sie nennen sich Maohi und ihr Entdeckungsdrang treibt sie bis zu den entlegenen Marquesas-Inseln. Sie kochen nicht mehr in Töpfen auf offenem Feuer sondern heben Gruben aus und das Kochgut wird auf glühendem Lavagestein unter der Erde gegart. Fisch, Hund, Schwein und Huhn mit Taro, Brotfrucht und Bananen ergeben eine kräftige Nahrung.

Einigen waghalsigen Seefahrern gelingt es, die 3’500 Km breite Wassermasse nach Südamerika zu überqueren. Auf der Rückfahrt bringen sie die schmackhafte Süsskartoffel zu den Südsee-Inseln.

Für die Hauptführer der Sippen werden meterhohe Steinstatuen aus hartem Basalt geschlagen. Überbevölkerung und Kämpfe um die Ländereien zwingen einige Stämme andere bewohnbare Inseln zu suchen.



Ein Stammesführer namens Ariki Hotu Matua´a träumt von einer fernen Insel hinter dem Horizont. 7 Kundschafter werden ausgeschickt. Nach einer mehrwöchigen Fahrt in die vom König beschriebene Richtung entdecken sie tatsächlich das unbewohnte Eiland. 5 der 7 Kundschafter segeln zurück nach Hiva, der Heimatinsel des Hotu Matu`a Stammes und berichten von der gefundenen, nicht sehr wirtlichen aber sicheren Insel. Unter absoluter Geheimhaltung segelt Hotu Matua`a mit einigen hundert Stammesmitgliedern zum einsamsten Flecken Erde Ozeaniens und gibt ihm bei der glücklichen Ankunft den Namen
„Te Pito o te Henua“
(Nabel der Welt)



Quellen und Bäche auf der Insel
„Te Pito o te Henua“
(später Osterinsel genannt)
versiegten schon vor Jahrhunderten, doch in den zahlreichen Buchten rund um diese Insel sickert Grundwasser ins Meer. Also werden die neuen Wohnstätten entlang der Küste errichtet.
Unzählige Höhlen und Grotten bieten Unterschlupf. Im fruchtbaren Vulkanboden gedeihen die mitgebrachten Pflanzen, Süsskartoffeln, Taro, Zuckerrohr, Bananen. Der Brotfrucht-Baum und die Kokosnuss-Palme wollen in dem subtropischen Klima jedoch nicht wachsen. Die kleinen Nüsse der schon seit langer Zeit auf der Insel heimischen Palme sind ein willkommener Ersatz. Hochseetüchtige Auslegerboote erlauben das Fangen von grossen Thun- Schwerfischen. Auf ausgedehnten Expeditionen wird nach weiteren unbekannten Inseln gesucht. Ausser abgedrifteten Eisschollen im Süden ist jedoch kein Land zu entdecken.



Die entfernten Verwandten auf den alten Heimatinseln ziehen entlang des südlichen Wendekreises westwärts und erreichen über Rarotonga die grössten Inseln Ozeaniens, Neuseeland, von den Maohi`s „Ao tea roa“ genannt.
1000 Jahre nach der Zeitenwende ist der ganze Pazifik besiedelt.
Das Gebiet der Maohi, das heutige Polynesien, reicht von Hawai`i über Neuseland bis zur Osterinsel. Europäer, die Spanier Mendaña und Quiros, entdecken die polynesischen Inseln, die Marquesas-Gruppe, erst im Jahr 1595.

TE PITO


TE PITO
Der Nabel : Rund um die ovale, glattgeschliffene Steinkugel sitzen öfters Touristen und meditieren.
Mana, magische Kräfte strömen angeblich aus Te Pito. Vier kleinere, ebenso runde Steine daneben, wie die Andeutung der vier Windrichtungen, dienen als Sitze.
Einige Insulaner behaupten, er wäre vor langer Zeit vom Ahu A Kapu an der Westküste zum Ahu Te Pito Kura an die Nordküste gebracht worden. Da liegt er in einer kleinen Bucht direkt am Ufer. Unmittelbar daneben stand bis zum Jahre 1838 der grösste je aufgerichtete Moai.

Heute wird die grauschwarze Basaltkugel als „Nabel der Welt“ bezeichnet. Gemäss einer Legende kam sie mit König Hotu Matua’a und den ersten Siedlern von Hiva zur Osterinsel.

Geologen prüften den überdimensionalen Steinkiesel und sehen ihn als Naturprodukt vulkanischer Aktivitäten auf der Osterinsel. Das Kleinod wiegt annähernd 1 Tonne und misst zwischen 80 und 100 cm im Durchmesser. Wegen der hohen Dichte erzeugen die eingeschlossenen Eisenmineralkonzentrationen an mehreren Stellen eine Abweichung der Kompassnadel.

1993 fanden Archäologen bei den Ausgrabungsarbeiten am Ahu Tongariki, am östlichen Ende der Südküste, eine weitere Steinkugel. Etwas kleiner als Te Pito, aber ebenso glattpoliert, ist sie mit einem eingravierten Fregattvogel verziert. Eingebettet in den Steinreihen des restaurierten Monumentes, findet sie jedoch keine besondere Beachtung.

Te Pito o te Henua
mit seinem Mana ist ein Muss für jeden Inselbesucher.